Fardella: eine Gegend, die entdeckt werden will

von Manuela Coringrato

Fardella liegt in einer Region, der Basilikata, die sich noch nicht ganz dem Tourismus geöffnet hat, obwohl sie so viele archäologische, architektonische und landschaftliche Schätze besitzt und dazu noch eine ausgezeichnete und gesunde mediterrane Küche. Es ist ein kleiner Ort auf etwa 720 Metern Höhe, der sich sanft an die Hügel des Nationalparks Parco Nazionale del Pollino schmiegt, eines der größten Reservate Italiens, das seinen natürlichen Zustand erhält und noch wenig bekannt ist.

Fardella ist beneidenswert, was Klima und Lage betrifft. Die milden winterlichen Temperaturen (die im kältesten Monat um die 4,3°C liegen) und der wenig schwüle Sommer (mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen um die 29°C im heißesten Monat) sowie die Einfachheit, mit der man den Ort Dank der Schnellstraßen erreichen kann, machen Fardella zum idealen Ort für alle, die in den Ferien Ruhe und Erholung suchen, lange Spaziergänge in sauberer Luft machen und die gute Küche entdecken möchten. Doch auch Vergnügen und Unterhaltung kommen nicht zu kurz, denn die Küsten des Ionischen und des Thyrrenischen Meeres sind nicht weit, und auch Potenza (die Hauptstadt der Basilikata), die antiken Städte der Magna Graecia, Matera (die Stadt der Sassi), der Gipfel des Monte Pollino und die Skipisten auf dem Monte Sirino sind schnell erreicht.

Paesaggio Fardella

Man erreicht den Ort auf der Autobahn A3 Salerno-Reggio Calabria, biegt dann bei der Ausfahrt Lauria Nord auf die Schnellstraße Superstrada Sinnica ab oder nimmt den Umweg über die Strada Statale Ionica 104, die weiter im Landesinneren verläuft, verschiedene Orte Lukaniens verbindet und wunderbare Ausblicke garantiert.

Fardella liegt mitten im Grünen, von dem beinahe der ganze Ort umgeben ist, entlang der Strada Statale 104. Im Westen erreicht man es, nachdem man die Zone des künstlich angelegten Sees und des Parco Barbattavio hinter sich gelassen hat. Dies ist eine weite Grünanlage, in der immer wieder wie verzaubert marmorne Tiere und Nymphen und Diana hervortreten, die Königin der Jagd; es gibt viele in Europa geschützte Pflanzen (Französisches Knabenkraut, Breitblättrige Stendelwurz, Salep-Knabenkraut, Schmetterlings-Knabenkraut, Herbst-Drehwurz, Efeublättriges Alpenveilchen, Stechender Mäusedorn). Auch ein von der Gemeinde betriebenes Sportheim mit Sportanlagen liegt dort (Fußballplatz, Volleyball, Tennis, Boccia), wegen dem Fardella einst ein Sportzentrum war. Und auch heute kommen viele Fußballvereine hierher, um an diesem praktischen und für sportliche Aktivitäten idealen Ort zu trainieren, bei ausgezeichnetem Klima und einer für unsere Gegend typischen Gastfreundlichkeit. Auch die vielen Wettbewerbe in Tennis, Boccia und Volleyball sollen genannt werden.

Im Osten verläuft die Strada Statale durch eine Gegend, die wir als „Industriegebiet“ bezeichnen könnten, und erreicht den Ortskern, wenn wir die Villa Costanza hinter uns gelassen haben; im Nordwesten und Nordosten wird die Siedlung von einer Straße mit Ausblick umrundet (Via Giovanni XXIII), von der aus man das Tal des Serrapotamo und einige nahe gelegene Dörfer sehen kann (Chiaromonte, Roccanova, Teana); im Südwesten und Südosten sind Vegetation, Natur und Höhenstruktur der Erdoberfläche die Hauptdarsteller. Sie haben zwar die Entwicklung des Ortes erschwert, der auf einer fast ebenen Fläche, einer Art natürlichen Terrasse, entstand, doch haben sie es auch ermöglicht, dass schöne und beeindruckende Gebiete erhalten blieben, die ein menschlicher Eingriff wohl nur verschandelt hätte. In diesen Gebieten wird die Flora zu einem bedeutenden Element, denn es gibt unzählige Pflanzenarten, von denen einige für Lukanien und Italien wahren Seltenheitswert haben, wie Heptaptera angustifolia (die seltenste Pflanzenart in Lukanien), die Stech-Eiche (Quercus calliprinos, in Italien nur in der Basilikata, in Apulien und Sizilien heimisch), Arabis rosea, Acer neapolitanum. Auch die Fauna hat einen unberührten Platz gefunden, denn auf Gemeindegebiet ist die Jagd verboten. So gibt es hier viele geschützte Arten; bei einem Spaziergang durch die Wälder kann man Wildschweinen, Hasen, Füchsen, Steinmardern und Baummardern begegnen, früher sah man auch Hirsche und Rehe, die im Parco Barbattavio Schutz genossen. Auch kann man den Flug eines Lannerfalken bewundern, einem Schwarzspecht bei der Arbeit zuhören oder sehen, wie Schmutzgeier und Rotmilane ihre Kreise ziehen.

Nibbio-Reale

Zum für die geringe Einwohnerzahl relativ großen Gemeindegebiet gehören auch kleine Ortsteile, die nicht direkt an Fardella angrenzen, wie Pietrapica auf der Straße von Fardella nach Chiaromonte, jenseits der Strada Sinnica und Sammarella, und Gebiete am Monte Pollino, wie Teile des berühmten Bosco Magnano oder Cascianudo und Grottole.

1 Il tramonto su Fardella